Yogatradition

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Das Wort Yoga entstammt aus der Sanskrit-Wurzel yuj und wird übersetzt mit
vereinen, verbinden, zusammenbringen.

Die Tradition Krishnamacharya, in der ich unterrichten darf, gab dem Begriff Yoga eine besondere Bedeutung, nämlich Körper, Geist und Seele in Einheit zu bringen. Wenn wir Körper, Geist und Seele miteinander verbinden, zusammenbringen, sind wir im Einklang mit unserem Selbst. Nach Krishnamacharyas Tradition gibt es keine Trennung zwischen Körper und Geist. Ist der Geist klar und heil, ist der Mensch gesund. Dieser Yoga zielt auf die Vereinigung von Körper und Geist, das sich in der Asana-Praxis (Körperübungen) widerspiegelt. Wenn wir beharrlich Yoga üben und dabei achtsam und liebevoll im Umgang mit uns selbst sind können wir uns schrittweise, in Stufen weiter entwickeln und Dinge, die uns zunächst unmöglich erschienen, können möglich werden.

Diese therapeutische Yogarichtung stellt stets den Menschen in den Mittelpunkt und gibt Möglichkeit ihn an seinem jeweiligen individuellen Ausgangspunkt abzuholen.
Jeder Mensch ist etwas einmaliges, etwas ganz besonderes mit all seinen Wünschen, Zielen, Bedürfnissen und Problemen. So ist es von großer Bedeutung, dass jede Yogapraxis individuell auf den jeweiligen besonderen Beweggrund des Menschen ausgerichtet ist.
All das was wir im Yoga erfahren, können wir auf das gesamte Leben übertragen.
Haben wir den einen Schritt, die eine Entwicklungsstufe im Leben erreicht und gemeistert, erst dann können wir uns dem nächsten Schritt, der nächsten Entwicklungsstufe im Leben widmen. Nur in Schritten können wir uns im Leben positiv verändern. Veränderung und positiver Wandel braucht Zeit und Raum.
Diese Yoga-Tradition gibt dem Menschen den Raum, sich durch Yoga schrittweise zu erfahren und zu entwickeln – das Ziel zu erreichen, das vorher nicht möglich war.

Zwei Prinzipien liegen diesem therapeutischem Yoga zugrunde:

1. Schrittweise werden die Asanas (Körperübungen) aufgebaut, führen aus einer langsamen fließenden Bewegung in eine statische Haltung. Die aufeinander aufbauenden Übungen dienen jeweils ein bestimmtes körperlich-therapeutisches oder spirituelles Ziel zu erreichen und zu fördern.

2. Vini-Yoga: Im Zentrum steht die individuelle Anpassung der Praxis an die jeweilige Person unter Berücksichtigung äußerer Gegebenheiten wie Alter, Umgang mit Krankheit, Aktivitäten. Vini-Yoga bedient sich einer Vielzahl von Varianten. So kann jedes asana individuell gestaltet werden und dem Übenden zu Wohlbefinden und Gesundheit verhelfen.

Dieser Yoga-Unterricht stützt sich auf grundlegende Säulen, die sich aufeinander aufbauen und ineinander greifen: Asana-Praxis (Körperübungen), Prananyama (Atemtechniken) und Dhyana (Meditation) sowie auf Patanjalis Yogasutra (der Yogaleitfaden, eine Yogaphilosophie).

Eine besondere Aufmerksamkeit wird dem Atem zuteil. Jede Körperbewegung wird mit der Atmung verbunden. Der Atem führt jeweils in die Bewegung und um noch mehr den Geist auf einen Punkt auszurichten, wird der Focus darauf gelegt, die Bewegung in die Atmung einzubetten. Diese hohe Achtsamkeit während des Übens lässt den Übenden mehr und mehr in eine Konzentration kommen, die Gedanken kommen zur Ruhe, der Geist verwandelt sich in einen klaren Diamanten.

Ergänzt wird dieser sanfte Yogastil mit einem dynamischen fließenden Vinyasa Flow.
Hier werden einzelne Körperübungen (Asanas) sinnvoll aufeinander abgestimmt und in einer fließenden Bewegung miteinander verbunden. Ein sanft und gleichmäßig fließender Atem führt dabei jeweils in die Bewegung. Die Übungen des Vinyasa Flow werden in langsamen Schritten aufeinander aufgebaut, sodass das Hinführen zu herausfordernden Flows für Yoga-Anfänger sowie für Yoga-Fortgeschrittene gleichermaßen Freude und Harmonie für Körper, Geist und Seele ist.